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Kultur- und Wanderreise in die Extremadura 2010 (5)

Sierra de Gata

Die «Sierra de Gata» ist Natur pur. Ihre Dörfer und Landstriche bilden ein harmo-nisches Ganzes voll Anmut und Schönheit. Diese können wir auf unserer Wande-rung, aber auch auf der anschliessenden Rundfahrt und während unserer Aufent-halte in San Martín de Trevejo und in Robledillo de Gata geniessen.

Blick vom Fuss der Sierra auf Hoyos und in die Weite

Die Grenzsituation, die wohl auch zu einer gewissen Abgeschlossenheit geführt hat, ist sicher eine Ursache dafür, dass sich einige Eigenheiten bewahren konnten, die wir heute als typisch für diese Region bezeichnen, zum Beispiel die Sprache oder spezielle Architektur- und Bauformen. In bestimmten Dörfern, so etwa in Val-verde del Fresno, Eljas oder San Martín de Trevejo, pflegt man einen eigenen Dia-lekt zu sprechen, den man «mañego» oder «a fala de Xalam» nennt. Auch fallen einem in den Dörfern die besondere Bauweise der Häuser und die Anlage der Gassen mit einer Wasserrinne in der Mitte auf.

Neben den erwähnten Eichen und Tannen wachsen hier auch viele Kastanien- und Obstbäume. Natürlich stossen wir in den landwirtschaflich genutzen Flächen auch auf Olivenhaine und Rebberge. Graswirtschaft und Viehhaltung runden die bäuer-liche Betätigung ab. Im Herbst ist die Gegend wegen ihres Reichtums an Steinpil-zen bekannt.

Die «Sierra de Gata» bildet für Vögel ein kleines Paradies. Sie sind denn auch in grosser Anzahl und reicher Vielfalt hier anzutreffen. Geschützte Raubvogelarten  bauen ihre Nester in den abgelegenen Höhlen. Selbst der Iberische Luchs hat hier genügend Auslauf für seine Nahrungssuche.

Einzelne Dörfer sind auch wegen ihres Kunsthandwerks bekannt. Besondere Eisen- und Goldschmiedearbeiten werden in Gata geschaffen. Das Körbeflechten wird in San Martín de Trevejo (und in Cadalso) gross geschrieben. Freundinnen von Klöp-pelspitzen finden in Acebo grosse Auswahl, während in Valwerde del Fresno Holz-skulpturen besonders angeboten werden.

Sicht auf San Martín de Trevejo

San Martín de Trevejo

Das Dorf bildet den Ausgangs- und den Schlusspunkt unserer Wanderung. Es besitzt zahlreiche Gebäude, die in der traditionellen Architektur der Sierra de Gata errichtet worden sind. Sehenswert sind im Besonderen die von Säulen- und Pfeiler-gängen umsäumte Plaza Mayor mit dem Rathaus. Zu erwähnen sind ferner die Pfarrkirche St. Martin, das Kloster und der «Palacio del Comendador». Lohnend ist aber vor allem der Spaziergang durch die verschiedenen malerisch anmutenden  Gassen.

Die Calle de Ciai in San Martín de Trevejo

Unsere Wanderung führt in die Umgebung des Dorfes. Dabei gelangen wir immer wieder zu schönen Aussichten auf das Dorf. Der Weg führt uns entlang von Mager-wiesen mit entsprechender Flora, von Kastanienhainen und Eichenwäldern. Wer nicht die ganze Strecke wandern möchte, kann zur Halbzeit ins Dorf zurückkehren.

Fahrt nach Robledillo de Gata

Nach dem Mittagessen erkunden wir die Gegend der Sierra de Gata mit dem Bus und fahren gut 50 Kilometer lang bis an ihren östlichsten Zipfel. Unterwegs können wir aus der Ferne die Ruinen des maurischen Castello in Trevejo sehen, das in ein-drücklicher Höhenlage thront.

Die Ruine der Burg Trovejo, davon etwas abgesetzt das gleichnamige Dorf

In dieser recht dünn besiedelten Landschaft treffen wir während der Fahrt nur selten auf grössere Dörfer. Dafür fahren wir von Zeit zu Zeit an Bachläufen entlang oder überqueren solche. Dies erinnert uns an den Wasserreichtum der Region. Deshalb können wir, wenn wir Glück haben, sogar in der Ferne einen der Stauseen erspä- hen oder in der Nähe natürliche Bassins sehen, welche die Flüsse und Bäche im Laufe der Jahrhunderte gebildet haben.

Romantischer Flusslauf bei Cadalso

Robledillo de Gata wird als die Ortschaft mit dem besterhaltenen Dorfbild der Sierra de Gata bezeichnet. Der Ort wurde denn auch zu einem Gut von allgemeinem kul-turellen Interesse («Bien de Interés Cultural») erklärt und entsprechend unter Schutz gestellt. Die traditionelle Bauweise der Häuser in ihren Fachwerkstrukturen und Trockenmauern ist hier perfekt erhalten geblieben. Daneben stossen wir auf histori-sche Brücken und pittoreske Gassen mit überdeckten Durchgängen. Das Dorf liegt in schöner Landschaft an einem Talabschluss. Das Zusammenspiel all dieser güns-tigen Faktoren lassen Robledillo für Besucher als wunderbaren Flecken erleben.

Pittoreskes Gässchen in Robledillo de Gata

Zurück zum Ausgangspunkt: Valverde del Fresno

Auf der Rückfahrt können wir nochmals die eindrückliche Landschaft auf uns wirken lassen. Und wir verstehen vielleicht, warum man diese Region auch hin und wieder als die extremenische Schweiz bezeichnet hat. Auf jeden Fall ist es das urtümlich-ste Gebiet der Extremadura, das wir auf unserer Reise aufsuchen. Und manchmal  erhält man fast den Eindruck, als würden da die Uhren etwas anders ticken.

Das Heute holt uns freilich rasch wieder ein, spätestens bei der Ankunft in unserem Hotel in Valverde de Fresno, wenn wir vor der umfunktionierten ehemaligen Fabrik-anlage stehen. Dabei tauchen vielleicht auch Gedanken auf, wofür sich Gebäude bei uns weiter verwenden liessen, wenn sie für ihren ursprünglichen Zweck nicht mehr gebraucht werden. - Zwei Nächte sind wir Gäste in diesem Hotel und lassen uns entsprechend verwöhnen.

Unser Hotel in Valverde del Fresno: A Vella Fábrica

Wer möchte, kann vor dem Nachtessen noch einen Spaziergang ins Dorf unterneh-men. Auch Valverde ist ein hübscher Ort. Einmal mehr treffen wir auf eine Plaza Mayor mit malerischen Säulengängen. Auch finden sich hübsche Häuser entlang  der Strassen und Gassen.

 
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