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Kultur- und Wanderreise in die Extremadura 2010 (10)

Die Stadt Zafra liegt in einer fruchtbaren Umgebung

Die baulichen Anfänge des heutigen Stadtkerns reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück und stammen aus der Zeit der Mauren. Die Stadt ist aber als Siedlung viel älter und hiess bei den Iberern «Segida», bei den Römern «Julia Restituta» und schliesslich bei den Mauren «Asdafra».

Eine der Gassen von Zafra, im Hintergrund der Kirchturm der Candelaria

In Zafra wohnen inzwischen knapp 17 000 Einwohner. Landwirtschaft und Industrie bringen den Verdienst. Unter den andalusisch gefärbten Städten des Südens der Extremadura ist sie die grösste. Trotzdem kommt sie dem Spaziergänger rasch vertraut vor.

Blick in den Renaissance-Patio des Alcázars

Das Kastell der Herzöge von Feria (heute ein Parador) in der Nähe der Plaza España gelegen zeigt uns, dass der Alcázar von Anfang an weniger eine Festung als ein Adelspalast sein sollte. Er wurde 1437 von Lorenzo Suárez de Figuerosa  erneuert und im 16. Jahrhundert modernisiert. Dabei besitzt er sowohl das Kleid der zivilen Nobilität als auch das Andenken an die wehrhafte ritterliche Vergangenheit. Beide Bauformen sind hier miteinander verschmolzen. Der Vorhof ist ganz nach aussen gelagert. Mauerzinnen und Wachttürme sind in die Fassade integriert. Doch durch das Tor tritt man gleich ins Zentrum des Gebäudes, einen aus weissem Mar-mor gestalteten Patio im Stil der italienischen Renaissance, den Juan de Herrera, der Baumeister des Escorial, entworfen haben soll.

Die Plaza Chica war das Zentrum der mittelalterlichen Stadt

Reizvoll ist der Spaziergang vom Kastell über die Plaza Corazón de María vorbei am Kloster Santa Clara durch die Gassen der Altstadt zur Plaza Grande. Sie bildet das Zentrum der Altstadt und ist über eine Arkade mit der älteren Plaza Chica ver-bunden.

Die mit Arkaden gesäumte Plaza Grande: hier lässt sich gut ein Café solo trinken

Wie so oft baute man auch an dieser Stiftskirche, der Iglesia Nuestra Señora de la Candelaria, sehr lange. Im 14. Jahrhundert begonnen, wurde sie erst im 16. Jahr-hundert fertiggestellt. Ihr Grundriss weist ein lateinisches Kreuz mit kurzem Quer-schiff auf. Das Altarhaus schliesst polygonal; ein Sternengewölbe dient als Decke. Der Retabel des Hauptaltars stammt aus dem 17. Jahrhundert; Blás de Escobar hat ihn geschaffen, die Holzskulpturen schuf Juan de Arce. Besondere Aufmerksam-keit verdienen die Gemälde von Francisco de Zurbarán, welche den linken Seiten-altar schmücken. Vom unprätentiös gestalteten Äusseren heben sich das Hauptpor-tal in den Formen der Reanissance und der barocke Turm wohltuend ab. - Ein sehr schönes und besonderes Portal im spätgotischen Stil kann man beim Hospital de Santiago bewundern.

Inneres der Stiftskirche Nuestra Señora de la Candelaria mit dem barocken holzgeschnitzten Hochaltar

Der Palacio de Conde de la Corte, ein Bauwerk im Stil des Klassizismus, vermittelt einen Eindruck über das Wohnen der Oberschicht im 19. Jahrhundert in dieser Stadt. Heute ein Hotel kann zumindest der hübsche Patio auch von Innen besich-tigt werden. Für unsere Gruppe ist das Hotel mit 15 Zimmern leider zu klein.

   

Der Palacio de Conde de la Corte: Hauptfront auf den Platz und ein Blick auf den von Säulen umstandenen Patio

 

 
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