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Jahresbericht 2009

Anlässlich der Jahresversammlung machte der Präsident einen Rückblick auf das verflossene Vereinsjahr. Dabei setzte er die Schwerpunkte auf die Themenbereiche Anlässe, Publikation und Vorstandsarbeit.

Anlässe
Schon zur Tradition geworden ist die Eröffnung des Vereinsjahrs mit der Durchfüh-rung der Kaisermeisterschaft im Restaurant Alpina in Wolfenschiessen, dieses Jahr am 13. März unter dem Spielleiter Robert Doggwiler. Das Kräftemessen hatte vor 29 Jahren Dr. Karl Flüeler ins Leben gerufen, um dem dahinselbelnden Kartenspiel neues Leben einzuhauchen.
Die sehr gut besuchte Jahresversammlung vom 27. April begann mit dem  pac-kenden Referat von Ambrosius Widmer über den Holzbefund am Haus Hostatt im Stanser Niederdorf. Dabei zeigte er in Wort und Bild auf, dass sich im heutigen Bauernhaus der stattliche Wohnsitz der Nidwaldner Patrizierfamilie Wildrich ver-birgt. Die dendrochronologische Untersuchung siedelt die Anfänge des Gebäudes um 1450 an. Sein Kern ist also praktisch gleich alt wie jener des Winkelriedhauses. Im Verlaufe der Zeit wurde es mehrmals umgebaut und erweitert, bis es im Jahre 1870 das heutige, wenig herrschaftliche Aussehen erhielt. - Der geschäftliche Teil warf keine grosse wellen. Die vom Quästor Edwin Enz vorgestellte Rechnung 2009 schloss einmal mehr positiv ab. Am Schluss verdankte der Präsident der Ende Jahr in Pension gegangenen Kantonsbibliothekarin Regula Odermatt-Bürgi ihre ver-dienstvolle Tätrigkeit während 38 Jahren.
Am 16. Mai war die Frühlingsfahrt nach Altdorf mit einem Rundgang abseits des Gängigen angesagt. Toni Arnold und Robert Hubacher erklärten uns vor der Füh-rung durch den Urner Hauptort, wie es dazu gekommen war, dass dieser 2007 der Wakkerpreis erhalten hatte. Anschliessend besichtigten wir einen Teil der kilometer-langen, vielfach mit Efeu oder Lerchensporn bewachsenen Natursteinmauern, die schon Goethe während seiner Schweizerreise aufgefallen waren. Ein weiterer Höhe-punkt stellte der Besuch des Frauenklosters St. Karl im oberen hl. Kreuz mit der barocken Kirche des Vorarlberger Architekten Michael Kuen dar. Neues Bauen in alter Umgebung repräsentierte der Um- und Erweiterungs-bau des Schulhauses St. Karl. Der  Spaziergang zum Lehnplatz mit seiner heutigen publikumsfreundlichen Nutzung bildete den Abschluss des Rundgangs. Peter Steiner hatte die Fahrt in vorzüglicher Weise organisiert.
Die Burgenfahrt vom 29. August führte ins Welschland. Auf dem Programm standen Besichtigungen in Romont und in Mézières sowie das Geniesen des traditionellen «Chilbi-Mältis», wie es im Glâne-Bezirk Tradition hat. Grossen Eindruck hinerliess das Vitromusée, das Schweizerische Museum für Glasmalerei und Glaskunst im Schloss mit seinen drei kostbaren Sammlungen (Glasfenster, Hinterglasmalereien, Glasmalerwerkzeug). Auch die spätgotische Kollegiatskirche beherbergt neben an-deren Kunstwerken mehrere farbige Glasfenster. Schliesslich vermochten die  zahl-reiche Bürger- und Patrizierhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert in der von  vie-len Chilbi-Marktbesuchern bevölkerten Stadt zu begeistern. Am Nachmittag stand der Besuch des Tapetenmuseums im Schloss Mézières auf dem Programm, wo sich in den Räumen der Belle Etage die ursprüngliche Tapetenausstattung aus dem 18. Jahrhundert mit verschiedenen schönen Szenen erhalten hat. Eine die ganze Chorabschlusswand füllende Hinterglasmalerei war in der nahe gelegnenen Pfarr-kirche (1935) zu sehen. Die Interessante Fahrt hat Marita Haller-Dirr organisiert.
Die kommentierte Herbstwanderung fand am 19. September auf der Alp Trüebsee statt. An drei Stationen war ein Marschhalt vorgesehen: dabei erklärte Restaurator Wendelin Odermatt die Rundkapelle von Obertrüebsee (1935, ein Werk des Stan-ser Architekten Arnold Stöckli), Hansjakob Achermann sprsch über die Landnahme Nidwaldens im 15. Jahrhundert und Fabian Hodel stellte das vor 80 Jahren ge-plante Stauseeprojekt Obertrüebsee vor. Im  Restaurant Untertrüebsee genossen wir die bekannten Meringues nach Art des Hauses. Verantwortlich für die eindrückliche Herbstwanderung waren Fabian Hodel und Karin Schleifer.
Zusammen mit der Leiterin des Nidwaldner Museums, Nathalie Unternährer, ver-anstalteten wir am 21. September einen Vortrag zur Ausstellung «Alpenpanora-men» mit dem Titel «Das Panorama geniessen - ein Gipfelritual». Als Referentin sprach Carmen Stirnimann.
Am 7. November organisierten wir gemeinsam mit dem Kulturverein Wolfenschies-sen die Herbstversammlung als szenischen Vortrag. Anlass dazu bot der 450. Todestag von Bruder Konrad Scheuber. Die Texte für die vier Szenen aus dem Leben des Eremiten, dargestellt von Wolfenschiesser Spielleuten, schrieb Ida Kno-bel-Gabriel. Den darin eingeschlossene Vortrag über Wirken und Bedeutung des Eremiten, wie sie aus den erhaltenen Quellen erschlossen werden können, hielt Hansjakob Achermann. Der Anlass fand ein gutes Echo. Er wurde deshalb am 22. November nochmals wiederholt. Beide Male war die Pfarrkirche fast voll besetzt.

Publikation
Zusammen mit der Benediktinerabtei Engelberg und dem Historischen Verein Obwalden gaben wir 2009 das Buch «Kloster- und Pfarrkirche Engelberg» heraus. Es stellt wihl einen Gipfel in unserer Tätigkeit als Buchverleger dar. Dazu tragen sich die eindrucksvollen Fotos von Rudolf Steiner sehr viel bei, aber auch die informativen und leicht verständlichen Texte von Michael Tomaschett, Christian Schweizer, P. Guido Muff, Georg Carlen, Peter Omachen und wendelin Odermatt sowie die prächtige und durchdachte Gestaltung durch Fredi Businger. Ihnen allen ein ganz grosses Dankeschön. Als Redaktorenteam amtete P. Thomas Blättler, Maritta Haller-Dirr und Hansjakob Achermann. Am Martinstag, 11. November, konn-te das Werk im Barocksaal des Klosters in einer eindrücklichen Buchvernis-sage einem breiten Publikum vorgestellt werden, einen Tag später holten wir sie für unsere Mitglieder in Stans nach.

Vorstand
Anfangs Februar erhielt der Vorstand von der Firma MondoBiotech (domiziliert im Kapuzinerkloster Stans) die Anfrage, ob wir ihr das Recht einräumen würden, unser Buch über die Kapuziner in Nidwalden (1582-2004) in diverse Sprachen zu über-setzen, damit es ihr weitläufiger Kundenkreis aus dem Ausland lesen könne, wofür eine grosse Nachfrage bestehe. Der Vorstand kam zum Ergebnis, dass dieses Buch vorab für Menschen in unserem Kulturkreis geschrieben worden sei. Für Leu-te, die davon geringe Kenntnis haben, sei der Text nur schwer zugänglich. Er hat darum vorgeschlagen, eine leichter verständliche Kurzfassung herzustellen und diese mit den Fotos von Urs Flüeler zu vervollständigen. Das wollte die Firma aber nicht. So blieb es bei der Anfrage, was uns letztendlich recht war.
Involviert ist der Vorstand in die Herausgabe eine rKantonsgeschichte. Sie soll als Jubiläumsgabe unseres Vereins anlässlich seines 150jährigen Bestehens 2014 herauskommen. Mit dem Kanton wurde eine entsprechendende Absichtserklärung unterzeichnet. Der Vorstand ist in der Kerngruppe und in der Projektierungsgruppe prominent vertreten.Vorstrandsmitglied Peter Steiner war in der Vorphase Projekt-leiter.
Seit dem Sommer Beschäftigte sich der Vorstand recht intensiv mit dem sog. «Büchersturm» in der Kantonsbibliothek. Als Folge machten wir Ende August eine Eingabe bei der Bildungsdirektion. Später haben wir uns in dieser DSache mit der Kulturkommission zusammengetan. In einem gemeinsamen Ausschuss, der von unserer Seite mit Marita Haller-Dirr, Fabian Hodel und Hansjakob Achermann be-stückt ist, wurde im November/Dezember ein Schreiben an den Gesamtregie-rungsrat erarbeitet, worin wir uns  für das Einhalten des gesetzlichen Auftrags als Studien- und Bildungsbibliothek sowie für die Rückführung  der widerrechtlich aus-geschiedenen Buchbestände stark machen.

Allen, die sich Berichtsjahr für das Gedeihen des Vereins eingesetzt haben, be-sonders den Vorstandsmitgliedern, die zu vielen Gruppensitzungen und vier Ple-narsitzungen aufgeboten waren, sei auch hier herzlich gedankt.

 
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