Zur Startseite...

 

   

Kultur- und Wanderreise ins südliche Kastilien (1)

 
Montag, 16. April 2012
 
 
Nach unserem Flug von Zürich nach Madrid besteigen wir dort unseren Bus, der uns während der ganzen Reise begleiten wird. Natürlich erwartet uns hier auch unsere charmante und kundige Reiseleiterin Cristina Feijoo. Vom Flughafen fahren wir auf der Autobahn nach Segovia und beziehen unser Hotel, wo wir vier Mal übernachten werden.

Segovia

Die königliche Stadt mit 56 000 Einwohnern liegt auf einem felsigen Plateau, einem Ausläufer der Sierra Guadarrama, zwischen den beiden Flüssen «Eresma» und «Clamores» auf 1000 Metern über Meer rund 90 Kilometer von Madrid entfernt. Sie ist gleichzeitig die Hauptstadt der gleichnamigen autonomen Provinz. Dominiert wird die Stadtsilhouette von zwei Monumentalbauten, von der Kathedrale und dem Al-cázar.

Blick auf Segovia vom Norden mit der Kathedrale. Im Hintergrund das Guadarrama -Gebirge

Die Stadt war bereits im 1. Jahrtausend von den Keltiberern besiedelt. Sie leisteten den Römern heftigen Widerstand, doch wurden sie schliesslich 75 vor Chr. von je-nen besiegt. Der Ort wurde dabei völlig zerstört. Doch schon bald schritt man zum Wiederaufbau. Die Römer machten in der Folge Segovia zu einer der wichtigsten Städte Spaniens im Schnittpunkt zweier Heeresstrassen.
Unter den Westgoten und später unter den Mauren spielte die Stadt keine grosse Rolle mehr. Aus dieser Zeit ist aufgrund mehrerer Belagerungen und Zerstörungen auch nichts erhalten geblieben. Mit der Rückeroberung  durch König Alphons VI. begann 1085 für Segovia eine Neubesiedlung und danach der Aufstieg. Dank eines florierenden Handels sowie Gewerbefleisses herrschte hier eine Jahrhunderte dauernde Blütezeit. Die Stadt wurde schliesslich zur Residenz mehrerer Könige und erreichte gegen Ende des Mittelalters durch das Geschlecht der Trastamara (Isabella die Katholische) ihren Höhepunkt. Im Krieg der «Comunidades» von 1520 stand Segovia auf der falschen Seite, was zu einer Minderung des Ansehens  führte. Erst im 18. Jahrhundert erlangte die Stadt durch den Bau des Schlosses La Granja und durch die Errichtung der königlichen Akademie der Artillerie wieder höfischen Glanz. Das 19. Jahrhundert brachte den grossen Einbruch, von dem sich
 
 
Calle de Juan Bravo zur Siesta-Zeit - Blick auf die Carcel Real (königliches Gefängnis), dessen berühmtester «Gast» Lopa de Vega war
 
die Stadt nur langsam erholen sollte. Für die historischen Gebäude hatte der Niedergang freilich den Vorteil, dass  sie erhalten blieben und nicht Neubauten wei-chen mussten. Deshalb darf Segovia heute als eine der an Denkmäler reichsten Stadt Spaniens bezeichnet werden.
 
Ein Gang durch die Altstadt
 
Nach dem Bezug des Hotels, in dem wir vier Nächte bleiben, unternehmen wir unter kundiger Führung einen Gang durch die Altstadt und machen uns mit den ver-schiedenen wichtigen Gassen bekannt.
Die Plaza Mayor trägt diesen Namen schon seit 1461 (besass damals aber eine kleinere Ausdehnung). Sie hat ihre heutige Grösse durch einen Beschluss des Stadtrates im 17. Jahrhundert erhalten. Dies bedeutet aber nicht, dass alle Gebäu-de, die sie umgeben, aus dieser Zeit stammen. Der Platz wirkt mit den Chorteilen der Kathedrale, dem Rathaus von 1610, dem Theater von 1917, der Iglesia San Miguel aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts und den weiteren Gebäuden sehr eindrucksvoll. Gleichzeitig biildet er das Herzstück der Stadt. Hier trinken die Segovieser ihren Kaffee, diskutieren unter den Loggien oder drehen Runden um den Musik-Kiosk.
 
 
Ausschnitt aus der Plaza Mayor mit Igleisia San Miguel
 
Vom der Plaza Mayor führen die Calle Isabel la Católica und die Calle Juan Bravo verkehrsfrei in die Unterstadt. Beeindruckend sind die vielen historischen Gebäude, die sie säumen. Besonders erwähnenswert die Casa de los Picos (erbaut um 1500), die Carcel Real, die Casa de Juan Cascal mit der typischen Flachstuck-ornamentierung, dann die Häuser um die Plaza San Martín mit der gleichnamigen romanischen Kirche und dem Turm Lozoya aus dem 14. Jahrhundert.
 
 
Die Casa de los Picos mit ihren 365 diamantenförmig behauenen Steinen, die an die 365 Tage des Jahres erinnern
 
Schliesslich erreichen wir das römische Aquädukt. Das ungewöhnlich gut erhaltene Werk wird in die Zeit Kaiser Trajans (98-120) datiert. Bis 1906 führte der aus Qua-dersteinen ohne Mörtel gefügte Bau das Wasser in die Oberstadt. Ein imposantes Werk römischer Ingenieurkunst! - Mit einem besonderen Nachtessen runden wir den ersten Tag in Spanien ab.
 
 
Das römische Aquädukt mit einer Länge von 728 Metern
 
» zurück
 
 
 
 
 
Historischer Verein Nidwalden c/o Staatsarchiv, Stansstaderstrasse 54, 6371 Stans, info@hvn.ch, www.hvn.ch  
created by IAG die web-macher