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Kultur- und Wanderreise ins südliche Kastillien (12)

Freitag, 27. April 2012


Hospital de Tavera o S. Juan Bautista
Das 1541 von Kardinal Juan Tavera vor der Puerta de Bisagra gegründete Kranken-haus ist nicht wegen dort verwirklichter Neuerungen auf dem Gebiet des Spitalbaus in die Kunstgeschichte eingegangen, sondern durch El Grecos Wiedergabe auf «An-sicht und Plan von Toledo», die wir im Museum-El-Greco noch bewundern können. Unter der Leitung des Humanisten und Sekretärs von Tavera, Bartolomé Busta-mante, wurde es von Alons de Covarrubias ab 1541 erbaut. Für die Spitalkirche, die erst 1562 begonnen wurde, gilt Bustamante als Bauherr.



Blick zum Haupteingang des Hospitals de Tavera

Die Quadermauer-Fassade wird durch ein zäsierendes Gesims zwischen den Stockwerken horizontal, durch die recht schmal gestaltete Mitteachse und die schweren Polstersteinrahmungenan an den Fenstern sowie durch die Eckquader vertikal gegliedert. Im Hof führt ein zweigeschossiger Arkadengang zwischen zwei Kreuzgängen auf die Spitalkirche zu. Diese ungewöhnlich Lösung von zwei in einem gemeinsamen Mittellauf zusammengefassten, gegeneinander geöffneten Kreuzgän-gen entwickelte sich aus der Forderung des Kardinals, den gesamten Spitalkomplex auf die zu seiner Grablege bestimmten Kirche auszurichten.
Die Kirche ist im strengen Herrera-Stil erbaut, ein Kreuzkuppebau (ähnlich wie die etwas später entstandene Iglesia de Santo Domingo el Antiguo in der Stadt) mit Tonnengewölben. Das Liegegrab des Kardinals Tavera ist eines der wenigen Mar-mor-Arbeiten von Alonso Berruguete. Die weiche Oberflächenbehandlung wird spe-ziell sichtbar, weil der Stein nicht durch eine farbige Fassung überdeckt wird. Die Ruhe des durchgeistigten Kardinals auf einem hohen Sarkophag steht in Kontrast  zu den Figuren in der Sockelzone (mit Szenen aus dem Leben des Täufers und des hl. Jakobus) und den Wappenkartuschen mit den trauernden Putti des Sarkophag-deckels. Die Ausschmückung der Altäre wurde planerisch El Greco übertragen. De-ren Bilder befinden sich im Museum des Hospitals. Eine Erwähnung verdienen da-neben die Sakristei (mit drei Bildern von El Greco (?) und die Krypta sowie die langen Fluren im Innern des Spitals.



Das Innere der Spitalkirche mit dem Grabmal von Kardinal Juan Tavera

Das Museum mit der Sammlung des Duque de Lerma ist in den Wohnräumen der Herzogin von Lerma untergebracht. Die Räume vermitteln einen Eindruck von der Wohnkultur der kastilischen Aristokratie. Die zum Teil sehr wertvollen Einrichtungs-gegenstände (Möbel, Wandteppiche usw.) ordnen sich der Bildersammlung weitge-hend unter. ohne das eine museale Athmosphäre entstehen würde. Die gezeigten Gemälde stammen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, wobei nicht von allen die Urheberschaft mit Sicherheit feststeht. Von den Bilder El Grecos werden hier die Folgenden gezeigt: Taufe Christi, Der weinende Petrus, die hl. Familie mit der hl. Anna sowie die Plastik des Auferstandenen.

   

El Greco: Heilige Famile, Auferstandener und Petrus in Tränen

El-Greco-Museum
Das wiedereröffnete Museum zeigt schwerpunktmässig die Werke von El Greco aus seiner letzten Schaffensperiode, welche die europäische Malerei zu Beginn des 20. Jahrhunderts beeinflusst hat. Zu bewundern ist der Bilderzyklus «Die zwölf Apostel» (El apostolado von Christo), eine sehr modern anmutende Gemäldeserie mit freien Formen und einer beinahe expressionistischen Farbpalette. Zu dieser Periode gehören auch die Bilder «Hl. Bernhardin von Siena» und «Ansicht und Plan von Toledo » (Vista y plano de Toledo). In letzterem zeigt El Greco seine visionäre Sicht von der Stadt. Alle Häuser sind in Weiss gehalten und sind in der Anordnung ganz den Kompsitionskriterien des Künstlers unterstellt. Im Vordergrund unten das Hospital de Tavrna auf einer Wolke. Natürlich werden im Museum auch Werke aus den früheren Perioden gezeigt, um den Weg zu erläutern, welcher El Greco in To-ledo vollzogen hat. Werke von Toledaner Zeitgenossen runden die Ausstellung ab.
Das Museum ist in mehreren, in sich zusammenhängenden Gebäuden unterge-bracht. Von ihnen soll es sich bei einem um das Wohnhaus des Künstlers handeln. Das Museum hat letztes Jahr die Tore wieder geöffnet.

 
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